art KARLSRUHE-Preis für Werner Wohlhüter und Werner Schmidt

19.02.2016


Spannende Kontroversen zum Kulturgutschutz

211 Galeristen aus 13 Ländern präsentieren Klassische Moderne und Gegenwart - art KARLSRUHE 2016 zeigt Kunst aus über 100 Jahren

Werner Wohlhüter und Werner Schmidt sind ein Team. Der eine ist Galerist, der andere Künstler, und beide gestalteten eine One-Artist-Show, die von der Jury des 9. art KARLSRUHE-Preises als beste Einzelschau ausgewählt wurde. Der Schüler von Jürgen Brodwolf, Jahrgang 1953, lebt in Oberkirch/Baden und Berlin. Seine intensive Auseinandersetzung mit dem Grundsätzlichen der Malerei – Farbe, Fläche, Raum – konnte sein Galerist aus Leibertingen Thalheim (H2/B21) gekonnt und preiswürdig arrangieren.

Kunststaatssekretär Jürgen Walter: „Gute Kunst braucht keine Metropolen“

Die Jury urteilte: „In der abstrakten Malerei Schmidts stehen die Farbe und der malerische Gestus im Vordergrund. Schicht für Schicht aufgetragen, verdichtet sich die Malerei zu einer Fläche, die sich zu den Bildrändern hin auflöst und die verschiedenen Ebenen durchscheinen lässt.“ Das Preisgeld, 15 000 Euro, wird dazu verwendet, die Sammlung der art KARLSRUHE zu erweitern. Die Auszeichnung wird von dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe getragen. Kunststaatssekretär Jürgen Walter: „Ich gratuliere dem Preisträger Werner Schmidt und seinem Galeristen Werner Wohlhüter - diese Auszeichnung zeigt: Gute Kunst braucht keine Metropolen! Die art KARLSRUHE ist eine bewährte, lebendige Plattform für die Kunstszene und ihr Publikum und eine wichtige Adresse im internationalen Kunstmarkt.“ Der Erste Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, Wolfram Jäger, fasst zusammen: „Der Preis der art KARLSRUHE ist ein wunderbarer Spiegel der Karlsruher Kunstmesse: Mit ihm wird eine herausragende künstlerische Position wie auch ein bemerkenswertes kulturwirtschaftliches Engagement ausgezeichnet.“

Hans-Platschek-Preisträger Justin Almquist – Der Bildner mit Schrift

„Als Künstler sollte ich nicht viel reden“, gibt sich Justin Almquist bescheiden. Dabei ist er der Träger des gestern in der Aktionshalle verliehenen 9. Hans Platschek Preises für Kunst und Schrift. Ausgesucht hat ihn auf Einladung Matthias Mühling, Direktor des Münchner Lenbachhauses. In einer anregenden Rede zur Theorie des Verhältnisses zwischen Schrift und Bild definierte der Kunsthistoriker den Ort der Verunsicherung, den sein Kandidat in der Tradition Platscheks trefflich und unterhaltsam besetzt: „Das Bild ist produktiv uneindeutig“, sagte Mühling einerseits. Andererseits sei unsere schwerfällige deutsche Sprache voller Metaphern. Die nutze der 1976 in Minneapolis geborene und in der Isar-Metropole lebende Künstler, was zu einer besonderen Qualität führe. Almquist sei ein Künstler, der keine kunsthistorische Beschreibung brauche, um verstanden zu werden. Welches Kompliment wäre größer? Damit erfüllt sich die Vorstellung des Preises. Jetzt versteht sich außerdem der Künstler selbst besser: „Ich kannte Platschek vorher nicht, aber jetzt sehe ich die verwandtschaftlichen Beziehungen zu meinen Arbeiten“, schloss er.

ARTIMA art meeting: Aufregende Diskussionen über das Kulturgutschutzgesetz

Die Karlsruher Messe bietet dem Kunsthandel nicht nur Gelegenheit zur Leistungsschau ihrer Künstler. Sie ist zudem mehr: nämlich Austragungsort des ARTIMA art meetings, das Fachleute aufs Podium führt und Gesprächen über brennende Marktthemen Raum bietet. Frisch, frech und unterhaltsam moderiert es der Kunstkritiker Carl Friedrich Schröer. Das Thema des ersten Tages erzeugt seit geraumer Zeit nicht nur in Juristenkreisen Nachdenklichkeit. Nachdem die Debatte um die Mehrwertsteuerregelung ein wenig abgeebbt war, trat aus Sicht des Kunsthandels, vertreten durch Kristian Jarmuschek, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG), ein neues Ärgernis auf den Plan: der Entwurf zur Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes. Stellvertretend für das Kulturstaatsministerium nahm Ministerialdirigent Ansgar Hollah an der Diskussion teil. Schließlich blickte der gebürtige Westfale und Nachlassverwalter des Werks von Ernst Ludwig Kirchner, Wolfgang Henze (Galerie Henze & Ketterer, H3/H13), auf den umstrittenen Gesetzesentwurf.

Schon im Vorfeld des Referentenentwurfs sei es zu Kommunikationspannen gekommen: „Wir werden eingebunden, ohne etwas zu wissen“, klagte Jarmuschek über das Procedere. Hollah parierte: „Wir lassen ja auch nicht VW die Gesetze zur Abgasnorm schreiben.“ Die Debatte offenbarte, dass es dauern wird, bis sich die Wogen glätten und es erwies sich einmal mehr: Das ARTIMA art meeting ist eine Diskursplattform ersten Ranges.

Talente in der dm-arena

Viele Stände in der dm-arena zeigen aktuelles künstlerisches Schaffen unter dem Titel ContemporaryArt 21: „Dialogarbeiten“ von Maria Maier aus der Serie „Blütezeit“ (2011-2014) lassen Verbindungslinien zu vielen anderen Werkkomplexen der 1954 geborenen Künstlerin erkennen. Zu finden bei Galerie Sievi, Berlin (H4/M07). Unter anderem ist Smudajescheck aus Ulm mit Dependance in München mittlerweile im dritten Jahr in Folge dabei (H4/R06). Die Galerie präsentiert neben etablierten Künstlern, wie Jerry Zeniuk oder Ingrid Floss, ein junges Berliner Talent mit einer ansprechenden One-Artist-Show: Julius Dörner. Der 1987 geborene Sohn eines Bildhauers, der bei Manfred Pernice, Katja Strunz und Karsten Konrad studierte, krempelt formal und inhaltlich die Moderne um. Versatzstücke aus unserem Alltag, ob es sich nun um Fassadenelemente aus der Prager Straße in Dresden oder um Thermoskannen handelt, bilden humorvolle Wandarbeiten. Jetzt bekommen jene Relikte, die zudem noch mit schrägen Titeln aufwarten, ein neues Zuhause. „Klempnersau“ ist eins dieser witzigen Werke, deren Erwerb sich lohnen könnte. Moderate Preise um 2000 Euro machen die Arbeiten von Dörner attraktiv. Nachwuchsarbeit auch bei Dorothea van der Koelen (Mainz, Venedig H2/B11), die gleich drei jungen Künstlern eine One-Artist-Show eingerichtet hat: Sebastian Dannenberg, Carolin Liebl & Nikolaus Schmid-Pfähler. Die art KARLSRUHE ist nämlich nicht nur Schauplatz etablierter Anbieter, sondern gleichfalls ein Ort des Förderns von Talenten und der Kommunikation. Messekurator Ewald Karl Schrade: „Ich habe immer auf den Dialog gesetzt.“

Kontakt

Beate Maisch

Beate Maisch

Pressereferentin
T +49 721 3720-2307
F +49 721 3720-99-2307
E beate.maisch@messe-karlsruhe.de

 

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