Portugal ist Gastland der EUNIQUE 2015

19.01.2015


Objekte vereinen zeitgemäßes Design mit traditionellem Handwerk

EUNIQUE

Leicht und reduziert wirkt die Gestaltung des biomorphen Tisches mit seinen drei schräggestellten Beinen – und sehr aktuell. Doch hinter der Formgebung des Möbelstücks steckt weit mehr als nur die Orientierung an zeitgemäßem Design. Organische Abstufungen lassen das Holz der Tischplatte an einer Seite in leichter Schräge abfallen. Der Tisch aus Esskastanie von Holzgestalterin Kerstin Thomas und Keramiker Vasco Baltazar ist untrennbar mit der Region verbunden, aus der er stammt. Er trägt etwas vom Charakter der sanft gewellten Bergrücken im Landesinneren von Portugal in sich, über die sich Terrassenfelder ziehen – einer Gegend geprägt von steiniger Heidelandschaft, Kastanien-Hainen und Lorbeerwäldern.

Portugal – das südeuropäische Land am äußersten Westzipfel Europas - ist Gastland der EUNIQUE 2015, Internationale Messe für Angewandte Kunst & Design (8. bis 10. Mai 2015). Vertreten wird das Gastland durch das Netzwerk der portugiesischen Schieferdörfer (Aldeias do Xisto), ein Entwicklungsprojekt für nachhaltigen Tourismus in Zentralportugal. Zudem unterstützen die Portugiesische Botschaft und das Generalkonsulat Stuttgart den Auftritt des Gastlandes. Zum Auftakt der EUNIQUE (7. Mai) wird Luís de Almeida Sampaio, Botschafter von Portugal in Deutschland, sprechen: "Im Rahmen des Jahres des portugiesischen Designs ist es für Portugal eine besondere Ehre als Partnerland der EUNIQUE 2015 in Karlsruhe zu Gast zu sein."

Die Ziele des Schieferdörfer-Netzwerks „Aldeias do Xisto“: Sanierung der für die Region typischen Schieferhäuser sowie Erhalt kultureller und handwerklicher Traditionen. Rui Simao, Projektmanager der Agentur ADXTUR (Verein zur touristischen Entwicklung der Schieferdörfer): „Portugal ist ein kleines Land, überaus vielfältig und mit enormen Kontrasten. Im Gegensatz zu den kosmopolitischen Küstenstädten stehen die meist ländlichen Gebiete mit geringer demografischer, wirtschaftlicher und infrastruktureller Dichte. In dieser Gegend ist das Netzwerk der Schieferdörfer ein paradigmatisches Beispiel für die Suche nach neuen Wegen der Entwicklung. Handwerk und Design stehen hier vor der Herausforderung, die Entwicklung einer Kreativ-Wirtschaft zu stimulieren, die auf regionalen Ressourcen basiert und soziale, kulturelle, ökonomische und ökologische Ziele in sich vereinigt.“

Acht Hochschulen für Design und 20 Ateliers aus Portugal präsentieren ihre Objekte

Acht Hochschulen für Design und 20 Ateliers aus ganz Portugal stellen auf der EUNIQUE 2015 ihre Objekte zum Thema Landwirtschaft vor, unter dem Motto „AGRICULTURA LUSITANA“. Holzgestalterin Kerstin Thomas von „Aldeias do Xisto“: „Portugal ist stark von der Landwirtschaft geprägt. Dies hat Professor João Nunes, der Kurator der Ausstellung, zum Thema der Präsentation gemacht, da es sich wie kein anderes eignet, Identität, Authentizität und Nachhaltigleit in sich zu vereinen. Wir werden Objekte zeigen, die das Land reflektieren, aber auf eine moderne Weise.“

Auch der von Vasco Baltazar und Kerstin Thomas entworfene biomorphe Tisch erzählt von Portugals ländlicher Kultur: „Ähnliche Tische hat man früher zur Herstellung von Käse gebraucht“, so Thomas. Inspirieren zum Entwurf ließen sich die Gestalter von einem historischen Ausstellungstück in einem Museum. Besonderer Blickfang des Möbels: Ein Objekt aus weißen Keramikspitzen, das durch den Tisch dringt – eine Reminiszenz an die traditionelle Käse-Herstellung. „Die Skulptur erinnert daran, wie sich Milch bei der Käseherstellung formt und bewegt.“ Ein Möbelstück, das auf die Vergangenheit verweist – und sich zugleich in unsere Gegenwart integriert. „Gedacht ist der Tisch als Stehpult, beispielsweise um ein Notebook darauf zu platzieren“.

Gezeigt wird portugiesisches Design aus unterschiedlichsten Materialien

Die Rückbesinnung auf traditionelle Formen und Handwerkstechniken und ihre zeitgemäße Interpretation – das verbindet die Objekte der Ausstellung, kuratiert von João Nunes, Professor für Design der Universität Aveiro.

Gezeigt werden Gegenstände aus unterschiedlichsten Materialien und Regionen Portugals: Erdschwere Keramik bringen Ana Lousada & Carlos Neto (Leiria) mit ihren leichten und zurückgenommen geformten Gefäßen scheinbar zum Schweben. Traditionelle Leinen- und Lodenstoffe stellen die Frauen der Kooperative Capuchinhas (Viseu) her und verarbeiten sie zu Mode in topaktuellen Schnitten. Schuhe und Taschen handgefertigt aus Leder bringt José Machado (Porto) mit. Mit ihren Farbkombinationen bringt Vanda Vilela (Lissabon) ihre Papierobjekte zum Leuchten. In sanfte Formen legen sich die Glasschalen von Mónica Favério & Sérgio Lopes (Porto). Schalen und Skulpturen aus Stein präsentiert Idálio Dias. Korbflechterin Cristina Fonseca (Lissabon), Messerschmied Paulo Tuna (Leira) und weitere Künstler aus den Bereichen Keramik-, Holz-, Textil-, und Schmuckgestaltung zeigen – basierend auf Jahrhunderte altem Handwerk – Objekte und zeitgemäße Interpretationen zu ihrer Heimat Portugal.


Kontakt

Beate Maisch

Beate Maisch

Pressereferentin
T +49 721 3720-2307
F +49 721 3720-99-2307
E beate.maisch@messe-karlsruhe.de

 

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